Kein rechter Übergriff?

Wie bereits berichtet, kam es am 22.10.2011 zu einem Übergriff auf einen jungen, alternativen Mann in der Neuenhauser Straße. Vier Männer schlugen diesem ins Gesicht, sodass dieser ambulant behandelt werden musste. Die vorherige verbale Diskussion sowie das Tragen von rechten Symbolen wie beispielsweise das „Good Night Left Side“-Logo deuteten darauf hin, dass es sich hierbei um einen rechten Übergriff gehandelt hat. Eine Pressemitteilung, die wir an die örtliche Zeitung geschickt hatten, wurde nicht abgedruckt. Dies lag u.a. daran, dass die verantwortlichen Redakteur_Innen sich vorher erst die Meinung des Staatsschutzes dazu einholen wollten. Dieser behauptete jedoch, dass der Vorfall gar nicht so schlimm gewesen sei und wir die ganze Situation nur hochspielen würden. Ebenso sahen die Staatsschutzbeamt_Innen keinen rechten Hintergrund in diesem Übergriff. So findet dieser Übergriff auch keine Erwähnung in der offiziellen Statistik zu rechten Gewalttaten.


Kein rechter Übergriff erkennbar? „Good Night Left Side“ und rechte Sprüche…

Verantworten musste sich aber einer der Schläger doch. Gerwin K. bekam einen Strafbefehl über 1200 Euro zugestellt, den er auch bezahlte. Weiterhin war der 18-jährige Mirko L. aus Wilsum, der bei dem Übergriff die oben genannte „Good Night Left Side“-Jacke getragen hat, dabei. Mit rechtlichen Konsequenzen scheint dieser aber nicht rechnen zu müssen.

Neues aus dem Emsland

Es gibt einige neue Artikel auf der lingener Kampagnenseite „Keinen Platz für Nazis“:

So berichten die Autor_Innen von zwei Gerichtsverhandlungen gegen Neonazis aus dem Emsland. Zum einen ging es gegen Stefanie F. aus Emsbüren, die zusammen mit einer Kameradin zwei 16-jährige Mädchen auf einer Feier angegriffen haben soll. [Klick mich!]

Zum anderen gab es ein Revisionsverfahren gege den 37-jährigen Andreas K. aus Lingen, der zusammen mit anderen Personen Aufkleber mit aufgedruckten Hakenkreuzen verklebt hat. [Klick mich!]

Es wird darüber berichtet, dass mehere pöbelnde Neonazis aus dem Rockpalast in Meppen durch andere Besucher_Innen herausgeworfen wurden. [Klick mich!]

Des Weiteren haben die Neonazis Thomas S. (Emsbüren) sowie Andreas K. (Lingen, vorher Bad Bentheim) an einem Naziaufmarsch am 03.03.2012 in Münster teilgenommen. [Klick mich!]

Mehrere Medien berichteten, dass gegen den meppener Sänger Daniel „Gigi“ Giese der Band „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ mittlerweile von der Staatsanwaltschaft Meppen Anklage wegen Volksverhetzung erhoben wurde. [Klick mich!]

Keinen Platz für Nazis in Lingen

Auf Grund von zunehmenden Naziaktivitäten und -übergriffen, haben sich in Lingen und Umgebung mehrere Antifaschist_Innen zusammengefunden, um der dortigen neonazistischen Szene den Raum zu nehmen. Mit der Kampagne „Keinen Platz für Nazis“ wollen die Aktivist_Innen als ersten Schritt ihren Blick auf die Situation in der Lingener Innenstadt richten. Gerade hier

bewegen sich Neonazis frei von Kneipe zu Kneipe ohne nennenswerten Widerstand. Innerhalb und außerhalb dieser Kneipen versuchen die Neonazis alle fernzuhalten, die nicht in ihr Weltbild fallen, z.B. MigrantInnen oder nicht-rechte Personen. Dieses mündet oftmals in verbalen Attacken sowie in gewalttätigen Übergriffen.

So fanden sich am 11.02.2012 dreißig Antifaschist_Innen in der Lingener Innenstadt für eine erste Aktion zusammen, um

in der Innenstadt Präsenz [zu] zeigen und damit den Neonazis klar [zu] machen, dass [sie] deren Übergriffe nicht tolerieren. Für einen Abend wollten [sie] den Nazis einen Teil des öffentlichen Raums nehmen und diesen mit antifaschistischem Inhalt füllen.

[Klick mich!] um auf die Kampagnenseite „Keinen Platz für Nazis“ zu kommen.

Not welcome – Keinen Platz für Nazis
…in Lingen und anderswo!

Meldet uns Naziaktivitäten!

Ihr habt Informationen über Nazis in Nordhorn oder der Grafschaft Bentheim? Ihr wisst, wo Nazis einen Treffpunkt haben? Ihr entdeckt immer wieder rechte Aufkleber oder Plakate? Ihr habt rechte Wahlwerbung oder andere rechte Flyer bekommen? Ihr habt einen Naziübergriff beobachtet? Ihr wurdet selber Opfer eines Naziangriffs oder wurdet von Nazis angepöbelt?
Meldet Euch bei uns!

Im Kampf gegen Nazis ist es immer wichtig, rechte Strukturen zu erkennen und ihre Aktivitäten öffentlich zu machen. Da wir aber nicht jede Aktivität mitbekommen können, sind wir auf Hinweise anderer angewiesen.

Schreibt uns doch einfach per E-Mail an, wenn Ihr Informationen habt, egal wie unwichtig sie erscheinen mögen.

E-Mail: antifa-nordhorn[at]riseup[dot]net

Neonazi greift mit Schlagstock an

Am Sonntag, den 04.12.2011, kam es in Nordhorn erneut zu einem Naziübergriff, bei dem eine Person leicht verletzt wurde. Dieser Übergriff hätte auch weitaus schlimmer ausgehen können.

Gegen fünf Uhr morgens waren zwei Punker_Innen auf der Denekamper Straße auf dem Weg nach Hause, als sie in Höhe der Kreuzung Ecke Kanalweg vom dort wohnenden Neonazi Fabian E. angepöbelt wurden.
E., der mit seiner Lebensgefährtin Raphaela und ihren Kindern direkt in dem Eckhaus im Untergeschoss an der Denekamper Straße / Kanalweg wohnt, beschimpfte die zwei Personen als „Asoziale“. Es kam zu einem Wortgefecht mit Beleidigungen auf beiden Seiten. E. warf daraufhin von seinem Balkon aus einen schweren Blumenkübel auf die Punker_Innen, der die beiden jedoch nicht traf.
Die Punker_Innen machten zur Gegenwehr u.a. Gebrauch von Pfefferspray, allerdings ohne Erfolg. Der Neonazi verließ seinen Balkon und ging zurück in die Wohnung.
Währenddessen setzten die beiden Punker_Innen ihren Heimweg fort. Auf dem Parkplatz des ehemaligen Marienkrankenhauses kam es dann zu einem erneuten Aufeinandertreffen, wobei der Neonazi einen (Teleskop)schlagstock* einsetzte. Ohne weitere Worte ging E. auf einen der Punker_Innen zu und traf mit gezielten Schlägen den Kopf eines seiner Opfer. Dieses ging zu Boden, was E. aber nicht davon abhielt den nun Wehrlosen mit weiteren Schlägen auf den Kopf anzugreifen. Billigend wurden hiermit schwere Folgeschäden, sogar der Tod des Opfers in Kauf genommen, da ein Teleskopschlagstock aus schwerem Metall besteht. Die Verletzungen aus dieser Attacke beruhen allerdings glücklicherweise „nur“ auf leichten Verletzungen im Kopfbereich. Jedoch sind Spätfolgen nicht auszuschließen.

Nach dem Angriff verließ der Neonazi den Tatort und flüchtete in Richtung Hamburger Straße. Kurz darauf traf die Lebensgefährtin des Neonazis Raphaela am Tatort ein und drohte den beiden Punker_Innen damit, diese am nächsten Tag umzubringen.

Nicht nur durch seine in der Wohnung von draußen gut sichtbare Reichskriegsflagge provoziert E. seine Umgebung seit mehreren Monaten. Ebenso kommt es immer wieder zu Provokationen und Angriffen des Neonazis. Hier drei weitere Vorfälle, die uns bekannt sind:


Von der Straße aus gut sichtbar, auf dem Bild eher weniger: Die Reichskriegsfahne in der Wohnung der Neonazis

Am 10.06.2011 beschimpfte E. mit anderen Neonazis vier jugendliche Migrant_Innen, die lediglich an der Wohnung vorbei liefen. Die sichtlich eingeschüchterten Migrant_Innen wurden mit Sätzen wie „Geht in Euer scheiß Land zurück“ oder „Scheiß Kanacken“ angepöbelt. Ebenso wurden sie von dem Neonazi Fabian E. kurze Zeit später verfolgt, um sie ein weiteres Mal verbal anzugreifen.

Am 17.07.2011 kommt es erneut direkt vor der Wohnung zu Pöbeleien gegenüber Migrant_Innen. E. verhielt sich auch hier äußerst aggressiv und ließ mehrere rassistische Sprüche vom Stapel. Die herbeigerufene Polizei versuchte den Neonazi zu beruhigen. Dieser ließ sich jedoch nicht zur Ruhe bringen und wurde trotz heftigen Widerstands seinerseits mit auf die Polizeiwache genommen, wo er auch die Nacht verbringen musste. An diesem Abend war u.a. auch der Neonazi Holger F. dabei. Auch F. ist dafür bekannt, antifaschistische Jugendliche oder Migrant_Innen verbal zu attackieren oder diesen zu drohen.

Am 27.07.2011 wird ein Punker von E. mit den Worten „Ey Zecke, verpiss Dich aus Deutschland!“ an der Denekamper Straße Ecke Kanalweg angepöbelt.

Dieser jüngste Angriff hat gezeigt, zu was die Neonazis in Nordhorn fähig sind und das sie durchaus auch den Tod eines Menschen in Kauf nehmen würden.

*Der Teleskopschlagstock, oder auch Teleskopabwehrstock (fälschlicherweise auch als Stahlrute, Totschläger oder Teleskopschläger bezeichnet) ist ein, in der Regel aus Stahl oder Aluminium gefertigter Schlagstock. Klick mich!