Archiv für Dezember 2007

„Initiative Ge-Link-T“ geht online.

Seit Jahren spricht Reiner Alfons Heinen, zweiter Vorsitzender des NPD Unterbezirkes Emsland/Grafschaft Bentheim, davon, eine Initiative „Gegen linken Terror“ (Ge-Link-T; offensichtliche Anlehnung an den Namen der Initiative GeRecht) zu gründen.
Irgendwann hat er dies auch wohl gemacht und sofort eine .com-Domain gekauft, die ebenfalls auf seinen Namen registriert ist.
Über ungefähr 18 Monate lang war nichts auf der Seite zu lesen. Bis vor kurzer Zeit.

Jetzt ist eine „Baustelle“ vorzufinden. In der nächsten Zeit sollen dort ‚linke Straftaten‘ aufgeführt werden, inklusive der Adressen der ‚linken Straftäter‘. (Zitat: „JEDE Aktion der Linken (Initiative Gerecht, Grüne, DKP, PDS, Gewerkschaft, usw.) wird hier publik gemacht , mit Namen und Anschriften der verbrecherisch tätigen Personen.“ Es wird auch geschrieben, dass es „(fast) keine rechten Gewalttaten in Deutschland gibt“. Diese seien nur von V-Männern herbeigeführt.
Von den rechten Gewalttaten in Nordhorn ist natürlich auch nichts zu lesen.

Wer ist in der Initiative Ge-Link-T?
Zu nennen wäre da zum ersten der zweite Vorsitzende des NPD Unterbezirkes Emsland/Grafschaft Bentheim Reiner Alfons Heinen. Heinen ist ein Nordhorner Industriekaufmann, der einen eigenen Computerladen an der holländischen Grenze besitzt.
Bei den Bundestagwahlen 2005 stand Heinen auf Platz 16 der niedersächsischen Landesliste der NPD.
Heinen stellt sich im Internet und auch sonst gerne als „patriotischen Demokraten“ dar und will nicht, dass er als Nazi bezeichnet wird, da er laut eigenen Angaben keiner sei.
Heinen stellt gerne den Vergleich auf, dass die damalige Judenverfolgung das Gleiche sei, wie seine gesellschaftliche Ausgrenzung in der jetzigen Zeit. Heinen störte das erste öffentliche Treffen des Bündnisses „Nordhorn sagt NEIN!“. Er kam in den Saal, verteilte vorher noch zwei Flyer und wurde kurzerhand von einigen Antifaschisten des Raumes verwiesen. Er machte daraus: „… so wurde er von acht maskierten ‚Antifaschisten‘ unter Gewaltanwendung, aus einer öffentlichen Veranstaltung geworfen.“ (Zitat aus einem Flyer des „Nationalen Bündnis Grafschaft Bentheim“)

Ebenfalls kann mensch auch den ersten Vorsitzenden des NPD Unterbezirkes Emsland/Grafschaft Bentheim Stephan R. dazuzählen. R. verteilte mit Heinen und zwei anderen Nazis zusammen bei einer weiteren öffentlichen Sitzung des Bündnisses „Nordhorn sagt NEIN!“ Flyer. Ebenfalls wollten diese mit den Menschen des Bündnisses diskutieren. Heinen verglich sich mal wieder, so wie er es immer macht, mit den Juden in der NS-Zeit. R. sagte mal wieder nichts. Es scheint so, als ob R. nur dann redet, wenn er betrunken ist. Und selbst dann kriegt er nur ein „Scheiß Zeckenschweine!“ raus. Ein ‚nettes‘ Zitat eines anderen anwesenden Nazis an diesem Abend: „Ich bin ein nationalsozialistischer Deutscher, ja, aber kein Faschist.“

Insgesamt kann mensch sagen, dass so ziemlich die gleichen Leute bei Ge-Link-T mitwirken, welche auch der NPD Emsland/Grafschaft Bentheim, der Nordhorner Kameradschaft sowie dem „Nationalen Bündnis Grafschaft Bentheim“ zuzurechnen sind.

In dem ersten Flyer, welcher von Heinen verteilt wurde, stand nämlich drin, dass der „Kreisverband der NPD Emsland/Grafschaft Bentheim“ (Sic!) dafür verantwortlich sei.
In dem zweiten Flyer steht als Verantwortlicher das „Nationale Bündnis Grafschaft Bentheim“ darunter.

Was hat die „Initiative Ge-Link-T“ bis jetzt gemacht?
Aufgefallen ist „Ge-Link-T“ durch mehrere Flyer.
In einem der Flyer wird der Nordhorner Initiative GeRecht u.a. ein Mordversuch gegen Heinen vorgeworfen, was natürlich vollkommener Schwachsinn ist.

In der Nacht zum 21.04.07 wurden Din A1 große Plakate mit der Aufschrift „Sie machen Unrecht zu Recht und nennen sich GeRecht. Antifa’s verpisst Euch!“ verklebt. Der Spruch „Sie machen Unrecht zu Recht und nennen sich GeRecht“ konnte mensch auch schon in einem Flyer des „Nationalen Bündnis Grafschaft Bentheim“ lesen.

Das „Nationales Bündnis Grafschaft Bentheim“ verteile im Februar 2007 ebenfalls Flyer zu den Bombenabwürfen auf Dresden 1945. Dabei bezeichneten sie die Alliierten als „Massenmörder“. Ebenfalls kam es in der gleichen Zeit zu Plakaten der selben Thematik, die aber keineR zu sehen bekam, weil diese kurze Zeit nach Anbringung wieder abgerissen wurden.

Als Fazit kann mensch eigentlich nur eins sagen: Nazis bleiben Nazis, egal wie sie sich auch nennen mögen.

Täter von der Polizei ermittelt

Laut der Polizei wurden die Schläger vom vorletzten Wochenende am ZOB ermittelt. Angeblich sollen diese nicht der rechten Szene angehören.

Die Polizei schreibt dazu:
Nordhorn
Täter nach Überfall ermittelt
In der Nacht zu Samstag, 01.12.07, war es am Zentralen Omnibusbahnhof zu einem Übergriff von zwei jungen Männern auf eine Personengruppe von Jugendlichen gekommen. Hierbei waren zwei Personen angegriffen und geschlagen worden. Die Täter riefen zudem rechte Parolen, so dass die Polizei auch in Richtung einer politisch motivierten Tat ermittelte. In einer gemeinsamen Aktion von Ermittlern des Staatsschutzes aus Lingen und Ermittlern des PK Nordhorn konnte nun ein 23 jähriger Mann aus Nordhorn und ein 28 jähriger Mann aus Ohne als Täter ermittelt werden. Beide Männer sind in vollem Umfang geständig. Sie gaben zu, auf die ihnen unbekannten Jugendlichen aus Niedergrafschaft eingeschlagen und hierbei auch Naziparolen gerufen zu haben. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand handelt es sich bei den Tätern jedoch nicht um Angehörige der rechtsextremen Szene. Warum es zu einer solchen Aktion überhaupt gekommen ist, konnten beide nur mit überhöhtem Alkoholeinfluss erklären. Zumindest einen der beiden Täter erwartet nun eine empfindliche Strafe, wenn nicht gar eine Freiheitsstrafe. Der junge Mann verbüßt derzeit eine Bewährungsstrafe, unter anderem wegen Körperverletzung. Die beiden Grafschafter wurden zunächst nach ihren Vernehmungen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen dauern an.

Erneuter Übergriff von Nazis in Nordhorn

In der Nacht zu Samstag, den 01.12.07, kam es zu einem Übergriff von zwei Nazis auf alternative Jugendliche am ZOB in Nordhorn. Die Nazis brüllten „Heil Hitler!“, „Die NPD wird wachsen.“ und andere dumme Parolen. Sie bewarfen die Jugendlichen mit Bierflaschen und gingen sie mehrfach körperlich an. Die Jugendlichen kamen zum Glück mit geringen Verletzungen davon.

Das schreibt die Polizei zu diesem Vorfall:

Nordhorn
Heranwachsende wurden Opfer rechter Gewalt

In der Nacht zum Samstag wurden vier Heranwachsende im Alter von 17 bis 23 Jahren Opfer rechter Gewalt, als sie am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) darauf warteten abgeholt zu werden. Nach den Ermittlungen der Polizei ereignete sich der Vorfall gegen 02.00 Uhr am Samstagmorgen. Die jungen Leute wurden offenbar grundlos von zwei jüngeren Männern ohne Vorwarnung angegriffen. Zwei der Opfer trugen Verletzungen davon. Eines der Opfer konnte einem gezielten Flaschenwurf nur knapp entgehen. Die beiden Täter riefen rechte Parolen und zeigten den „Hitlergruß“. Sie waren etwa 20 Jahre alt, einer der Täter war etwa 1,85 Meter groß, schlank und hatte eine Glatze. Er war dunkel gekleidet, trug eine hüftlange Jacke und Springerstiefel. Der zweite Täter war etwas kleiner, schlank und hatte sehr kurzes Haar. Er war ähnlich gekleidet wie der erste Täter. Nach der Tat entfernten sich die Täter über die Vechtebrücke in Richtung Innenstadt. Als die verständigte Polizei am ZOB eintraf, waren die Täter bereits geflüchtet und auch die Opfer konnten nicht mehr angetroffen werden. Der polizeiliche Staatsschutz in Lingen hat die Ermittlungen aufgenommen.