Archiv für Mai 2008

Zündelei zum achten Mai!

Laut der Homepage des NPD Unterbezirkes Emsland/Grafschaft Bentheim legten Nazis in der Nacht zum 08.05.08 einen Kranz mit Schleifen sowie ein Schriftstück im Schwarzen Garten in Nordhorn nieder. In dem Schriftstück werden die angeblichen Opferzahlen der Deutschen in und nach dem zweiten Weltkrieg beklagt. Hierbei sieht mensch wieder, dass die Nazis die deutschen Täter zu Opfern machen wollen.
Teilgenommen haben laut eigenen Angaben Nazis der örtlichen NPD sowie Mitglieder der sogenannten „Autonomen Nationalisten Grafschaft Bentheim“. Wobei mensch anmerken muss, dass die Personenkreise der beiden Gruppen nahezu deckungsgleich sind.

Der Kranz wurde frühzeitig entdeckt und entsorgt. Die Schleifen wurden in einer kleinen aber würdigen Zeremonie feierlich verbrannt.

Achter Mai – Wer nicht feiert hat verloren!

„Moderne Nazis“

Am Dienstag, den 06.05.08, fand in der Caféteria der Berufsbildenden Schulen Nordhorn eine Veranstaltung mit Toralf Staud statt. Staud schrieb u.a. das Buch „moderne Nazis“.
Dieser Abend wurde von einem neuen Bündnis mit dem Namen „Grafschaft gegen rechts“ sowie dem Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ organisiert.
Ab 19.00Uhr wurde ein selbst gedrehter Film der Schüler gezeigt, die an ihrer Schule das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ durchsetzen wollen.

Die Caféteria war gut gefüllt. Unter den anwesenden Gästen war u.a. auch der zweite Vorsitzende des NPD Unterbezirks Emsland/Grafschaft Bentheim Reiner Alfons Heinen.
Dieser wurde von den Herren und Damen des Staatsschutzes, die an diesem Abend zu viert waren, hinein begleitet. Zuvor wurde Heinen von diesen vermutlich gebeten, sein Auto lieber woanders zu parken, damit es nicht zerstört wird oder etwas anderes mit diesem geschieht.

Von einigen Leuten wurde Protest geäußert, dass ein NPD-Mitglied auf einer „gegen rechts“-Veranstaltung teilnehmen dürfe. Diese wurden jedoch von den Veranstaltern nicht gehört, sodass Heinen sogar gebeten wurde, sich doch einen freien Platz zu suchen.

Bei der Begrüßung der Anwesenden, die noch vor dem eigentlichen Auftreten von Staud war, wurde wieder einmal Links- und Rechtsextremismus gleichgesetzt, und dazu aufgefordert beide Seiten zu bekämpfen, da schließlich beide Seiten gleich schlimm seien. Ebenfalls wurde dies auch schon auf dem ersten Treffen des Bündnisses „Grafschaft gegen rechts“ betont.

Nachdem Staud mit seinem Vortrag fertig war, wurde noch eine Diskussions- bzw. Fragerunde gemacht, an die sich auch Heinen freudig beteiligte. U.a. versuchte Heinen andeutungsweise in einer absurden Verschwörungstheorie die Todesursache Uwe Leichsenrings (ehemaliger sächsischer NPD-Landtagsabgeordneter) in Frage zu stellen. Leichsenring war 2006 an einem Autounfall tödlich verunglückt. Immer wieder gibt es seitens der Neonazis Verschwörungstheorien, die den Tod Leichsenrings entweder Geheimdiensten oder AntifaschistInnen oder gleich „dem Judentum“ zuschreiben. Ebenfalls schüttelte Heinen den Kopf als Staud die 130 Opfer, die von Nazis seit der Wiedervereinigung ermordet wurden, erwähnte.

Nachdem auch dieses zu Ende war, wurde Heinen wieder von den Personen des Staatsschutzes nach draußen begleitet.
In der Zwischenzeit wurden auch noch zwei Streifenpolizisten dazu gerufen, da der Staatsschutz wohl Angst um das Wohlergehen von Heinen hatte. Den anwesenden antifaschistischen Jugendlichen wurde vom Staatsschutz nahe gelegt, dass sie sich ruhig verhalten sollten, weil mensch sich sonst „später wieder sehen würde“.

Als Fazit könnte mensch sagen, dass es an sich ein sehr netter, wie auch informativer Abend war. Jedoch sollte das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sowie das Bündnis „Grafschaft gegen rechts“ auch wirklich Courage zeigen und anwesende NPD-Mitglieder des Raumes verweisen, da Nazis auf solchen Veranstaltungen überhaupt nichts verloren haben.