Archiv für September 2008

Vorstandswechsel bei der NPD

Seit einiger Zeit hat sich anscheinend der Vorstand des NPD Unterbezirks Emsland/Grafschaft Bentheim geändert. Laut der Homepage ist jetzt der „Verantwortliche Vorsitzende“ nicht mehr Stephan R., sondern wie dort zu lesen ist Reiner Alfons Heinen aus Nordhorn.

Damit würden sich die Gerüchte bestätigen, die seit einigen Wochen im Umlauf sind. Schließlich würde es auch noch ein schlechteres Licht auf die NPD werfen, wenn R. als erster Vorsitzender wegen des paramilitärischem Sommercamps und wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht steht.

Nazi-Aufkleber in Bad Bentheim

Wie heute auf der Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim Homepage zu lesen war, wurde in der Zeit zwischen dem 30.08.08 und dem 01.09.08 in Bad Bentheim „eine große Anzahl von Aufklebern mit politisch rechtsgerichteten Inhalten angebracht“. Ob es da Zufall ist, dass Stephan R., erster Vorsitzender des NPD Unterbezirks Emsland/Grafschaft Bentheim, samt Familie erst vor kurzem nach Bad Bentheim gezogen ist? Vielleicht.

Wo wir gerade schon dabei sind: Stephan, änder doch mal das Impressum auf eurer NPD-Seite.

Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim:

„Bad Bentheim
Sachbeschädigungen

In der Zeit vom 30. August bis zum 1. September wurden im Innenstadtbereich insbesondere im Schlosspark der Stadt Bad Bentheim eine große Anzahl von Aufklebern mit politisch rechtsgerichteten Inhalten angebracht. Die Zettel waren überwiegend an Straßenlaternen und Verkehrsschilder und zum Teil auch an Häuserfassaden geklebt worden. Der Stadt Bad Bentheim ist durch den erforderlichen Instandsetzungsaufwand ein Schaden von mehreren Hundert Euro entstanden. Die Stadt Bad Bentheim hat gegen die Verursacher eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung bei der Polizei erstattet. „

Gegen rechte Gewalt & Nazis auf der Straße

Am Samtag, den 30.08.08, fand auf dem Blanke-Platz in Nordhorn eine Kundgebung der Initiative GeRecht unter dem Motto „Gegen rechte Gewalt & Nazis auf der Straße“ statt. Die Kundgebung richtete sich, wie das Motto schon vermuten lässt, gegen rechte Gewalt und Nazis im allgemeinen. Es gab in den letzten Monaten nämlich immer wieder Angriffe von Nazis auf Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen. Den etwa 120 Teilnehmer_Innen, welche mit der Zeit allerdings weniger wurden, wurden in mehreren Redebeiträgen, Flyern und Musik einige Themen näher gebracht. In den Redebeiträgen ging es beispielsweise um die Nordhorner Nazi-Gruppen bzw. um die Namen der Nordhorner Nazi-Gruppen, da ziemlich klar ist, dass alle Nazi-Gruppen in etwa die gleichen Mitglieder_Innen haben. Die Gruppen heißen nur anders. In einem anderen Redebeitrag wurde darauf eingegangen, dass die beiden Kneipen „Zum Turm“ und „Old Shatterhand“, welche beide auf dem Gildehauser Weg sind, schon länger als Nazi-Treffpunkte bekannt sind und von dort aus immer wieder Nazi-Angriffe auf Menschen erfolgen. Damit es an diesem Tag nicht nur um den Rassismus der Nazis gehen sollte, wurde in einem dritten Redebeitrag über den Rassismus, den der Staat betreibt, erzählt. Schwerpunkt war hierbei das Abschiebelager, welches in Bramsche-Hesepe bei Osnabrück liegt. Flüchtlinge, welche auf der Suche nach einem besseren Leben sind, müssen in diesem und auch in allen anderen Abschiebelagern unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Insgesamt kann mensch sagen, dass die Kundgebung auf jeden fall ein kleiner Erfolg war, da sie zumindest auch einige Bürger_Innen erreicht hat.

Bei einem Motto wie das der Kundgebung, sollte klar sein, dass die Nazis aus Nordhorn sich provoziert fühlen und dazu gedrängt, unbedingt etwas machen zu müssen. So verklebten eine handvoll Nazis um ca. 0.50Uhr in der Nacht zum 30.08.08 NPD- und andere Nazi-Aufkleber sowie zwei Plakate direkt beim Kundgebungsort. Angefangen die Aufkleber zu kleben, haben die Faschist_Innen in der Memeler Straße, wo einer der Nazis wohnt. Danach ging es über den Kanalweg hin zum Blanke-Platz. Antifaschist_Innen, die das Treiben der Nazis beobachteten wurden über eine kurze Strecke gejagt.
Andere Jugendliche, welche zu dem Zeitpunkt auf dem Blanke-Platz waren, sollen von den Nazis mit einem Messer bedroht worden sein. Nachdem die Nazis mit ihrer Aktion fertig waren, gingen diese gemeinsam in die Kneipe „Old Shatterhand“.

Am Kundgebungstag versammelte sich eine Nazi-Gruppe, die aus neun männlichen und eines weiblichen Nazis bestand. Die Nazis, welche namentlich alle bekannt sind, versuchten Kundgebungsteilnehmer_Innen dadurch einzuschüchtern, indem sie sie abfotografierten. Die total überforderte Polizei unternahm nichts dagegen. Es wurden am Anfang nicht einmal Platzverweise ausgeteilt, da die Nazis ja „das selbe recht haben würden, dort zu stehen“ und diese ja „auch nichts machen würden“. Zu Pöbeleien oder Angriffen kam es nicht. Die Nazis standen nur die ganze Zeit in der Nähe und tranken ihr Bier, ihr Mezzo-Mix oder ihre Sprite*. Irgendwann bekamen die Nazis dann doch einen Platzverweis von der Polizei und verließen den Kundgebungsort. Was diese „Aktion“ der Nazis für sie selber genau brachte, ist uns nicht ganz klar. Dämlich in der Gegend rumstehen und dazu noch dumm aus der Wäsche gucken, tun sie doch sonst auch.


(weitere Bilder sowie ein weiterer Bericht auf: http://www.recherche-nord.com/)

Wie gesagt, waren die zehn Nazis keine Unbekannten. Zwei der Nazis sollen bei dem Übergriff am 30.03.08 dabei gewesen sein, wo zwei Jugendliche von fünf Nazis angegriffen und verletzt wurden. Eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung läuft noch. Ebenfalls war einer dieser beiden Nazis auf dem Rudolf-Hess-Aufmarsch 2004 in Wunsiedel.

Zwei andere der anwesenden Nazis waren bei dem Übergriff auf einen dunkelhäutigen Mann dabei, welcher am 08.09.07 statt fand. Ebenfalls war einer von diesen beiden dabei, als es zu einem Übergriff nach einem EM-Spiel in der Nacht zum 26.06.08 kam.

Ein ebenfalls anwesender Nazi, welcher eigentlich aus Wilsum kommt, war an diesem Tag auch mit der besagten Nazi-Gruppe unterwegs. Der Nazi war u.a. an dem paramilitärischem Sommercamp 2006 in Wilsum beteiligt, und organisierte zumindest dafür ein wenig den Ort, an dem das Camp stattfand. Auch bei ihm fand eine Razzia im April 2007 statt. Genauso wie gegen alle anderen Camp-Teilnehmer läuft auch gegen ihn eine Anzeige wegen „Bildung einer bewaffneten Gruppe“ sowie wegen „Verstoß gegen das Waffengesetz“.

Noch ein anderer Nazi, welcher anscheinend nichts von der „Aktion“ seiner „Kameraden“ wusste, fuhr mehrfach mit seinem silbernen VW Golf mit Rechtsrock-Musik am Kundgebungsplatz vorbei und hielt einmal sogar in der Nähe an, um „sich das Treiben in Ruhe ansehen zu wollen“. Antifaschist_Innen merkten dies jedoch, so dass dieser es dann doch lieber mit seinem Auto verschwand.

*Zum Schluss dann noch was an die Nazi-Gruppe: Liebe Nazis, könntet ihr vielleicht mal konsequent bleiben? Auf der einen Seite immer gegen die USA und ihren „Imperialismus“ hetzen sowie Aufkleber mit der Aufschrift „Echte Kultur mit zero Amerika“ zu verkleben und dann Mezzo-Mix und Sprite trinken? Erm … Denkt mal drüber nach, ihr Hohlköpfe.