Zwischen Mythologie und Rassismus

In diesem Artikel geht es um die Naziband „Draupnir“ aus der Niedergrafschaft in der Grafschaft Bentheim. Musikalisch lässt sich die Band in die „Death Metal“ oder „Black Metal“ Schublade stecken. Das erste Mal erschien die Band 2007 auf dem Sampler „Sturm über Deutschland“ mit eindeutiger Symbolik auf dessen Cover, was auch keine weiteren Zweifel an der Ideologie der Mitglieder von Draupnir übrig lässt. Zu sehen ist dort ein Nazi mit Hakenkreuzbinde und im Hintergrund ebenfalls mehrere Hakenkreuzfahnen. Neben Bands wie „Führers Enkel“, „Hitler’s Harfen“, „Nostalgie & Blut und Boden“ sind Draupnir mit dem Lied „Urd, Werdandi, Skuld“ vertreten. Der Sampler wurde indiziert. 2008 brachten Draupnir dann ihr erstes eigenes Album „In Culpa Versari“ auf dem Nazilabel PC-Records herraus, welches auf 666 Exemplare limitiert und mittlerweile ausverkauft ist. Laut des Labels sollen Draupnir auch schon mit „Spreegeschwader“ und der Meppener Naziband „Stahlgewitter“ aufgetreten sein.


Links: Das Album „In Culpa Versari“; Rechts: Der Sampler „Sturm über Deutschland“ mit eindeutiger Symbolik

Das Album hat zehn Lieder, die teilweise auf englisch und teilweise auf deutsch gesungen werden. Neben „unpolitischen“ Liedern über die germanische Mythologie, gibt es auch eindeutig politische Texte mit rassistischem oder homophoben Inhalt. So singen Draupnir in dem Lied „Rage inside…“ z.B. über so viele „Mutterficker“, die das Land überbevölkern und die deutsche Bevölkerung terrorisieren würden. Ebenfalls rufen sie in diesem Lied zum Kampf gegen diese auf: „So many motherfuckers overpopulate this land – Soon they will have it in his hands – Our wifes in fear, oh yes they suffer – Raped and humbeled, laying in the gutter – Thats the sick mentallity of this creatures – Thats just one reason whitch makes us fractious – Go, go, go young men – You have to fight and to win.“ In dem Lied „Aus Stein“ wird dann auch gegen Multikultur gehetzt: „Doch dieser Stein, er droht zu brechen – Ist schon porös durch Schwäche und Dummheit – Durch Korruption und Imperialismus – Multikulturen und eurer Eitelkeit – Doch dieser Stein, er darf nie zerbrechen – Was einst bestand, das muss immer sein – Wie unsere Herzen, niemals zerbrechen – Wie unsere Herzen, stolz, frei und rein.“. In dem Lied „AGG“ singen die Nazis über das so genannte „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“, dass ihnen von der rot-grünen Regierung aufgezwungen worden sei und gegen sie als Deutsche hetze: „Uns kann man demütigen und treten – Toleriert wird dies von den Staatsräten – Das Gesetz in seiner ganzen härte – Schützt hier nur Aliens und Perverse – In seinem Schrecken nicht zu toppen – Wird bald auch das AGG floppen – Wenn jeder Bürger erst begreift – Pro-Deutsch und AGG sich beißt“. Aber selber hetzten Draupnir in diesem Lied gegen Schwule und „Fremde“: „Ich hab Schwule wirklich richtig gern – Die Geburtenrate liegt ja fern – Ich mag die Fremden wirklich sehr – Doch als Touristen noch viel mehr – Wohin meint ihr wohl, wird das geführt – Der Hass wird so doch nur geschürt“. In dem neunten Lied „Selbst dann“ geht es darum, dass Deutschland schon 2000 Jahre exisitiere und dieses Land eigentlich gar nicht so schlimm sei und das dieses Land nur auf „zwölf Jahre reduziert“ werde. Genauer eingegangen auf diese „zwölf Jahre“ (1933 bis 1945) wird nicht. Stattdessen wird diese Zeit mit den Kriegen der USA verglichen und somit relativiert. Ebenso wird gesungen, dass die USA Menschen lenken würden, wie es ihnen passt und somit eine schöne Verschwörungstheorie plump aus dem Ärmel geschüttelt: „Wer denkt denn heute noch an Kongo und Iran – An Somalia, Vietnam, Afghanistan – Wer denkt denn heute noch an Laos und Peru – Hat weggeschaut und sagte nichts dazu – Big Brother, er kann machen was er will – Droht er mit Krieg sind alle furchtbar still – Ihr seht es doch – Der Ami spinnt – Er denkt nicht weiter – Als ein Kindergartenkind – Lasst euch nicht weiter – Von diesen Spinnern lenken – Merkt euch eins – Ihr könnt selber denken“.

In dem beiliegendem Booklet sind u.a. alle Texte abgedruckt. Neben diesen sind Bilder der damaligen drei Bandmitglieder abgebildet. So kann mensch dort stehen sehen, dass der Sänger „Tony“ heißt, „Thomas“ der Schlagzeuger und „M.“ der Gitarrist ist. Und wenn mensch genau hinguckt, sieht mensch bei dem Bild des Sängers „Tony“ im Hintergrund sogar ein Plakat zum Todestag des Hitlerstellvertreters Rudolf Hess.


Bilder aus dem Booklet: Der aktuelle Sänger „Tony“ und der aktuelle Schlagzeuger „Thomas“

Bei der Band Draupnir handelt es sich also keineswegs um eine „normale“ Metalband, sondern um eine Naziband mit eindeutigen Texten. Draupnir lässt sich ausschließlich von Nazilabels vertreiben und fühlt sich in diesem Kontext, wie soll es bei Nazis auch anders sein, sehr wohl. Vielleicht sollten sich die Freund_Innen der Bandmitglieder mal Gedanken darüber machen, ob sie und ihre Metalszene sich nicht eindeutig von rechter Ideologie und Personen des Nazispektrums distanzieren und abspalten sollten, damit sie selber nicht mit dieser menschenverachtenden Ideologie in Verbindung gebracht werden.