Archiv für November 2011

Der rechte Terror und die NPD

Der NSU tötet bundesweit Menschen
Eine Mordserie des sich selbst ernannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) aus Zwickau macht zur Zeit in den Medien die Runde. Neonazis haben in der Zeit von 2000 bis 2007 mindestens zehn Menschen getötet. Das gesamte Ausmaß dieser neonazistischen Tötungswelle kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch gar nicht abgesehen werden. Jeden Tag werden neue Vernetzungen und Pläne des NSU und deren Sympathisant_Innenkreis bekannt.

Distanzierungsversuche der NPD
Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) distanzierte sich durch ihren neuen ersten Vorsitzenden Holger Apfel schnell von diesen Morden. „Die NPD hat mit diesen Morden nichts zu tun“, hieß es. „Sie lehne Gewalt als politisches Mittel ab“.

NPD-Mitglied Giese freut sich über Morde
Daniel „Gigi“ Giese aus dem emsländischen Meppen, Sänger mehrerer Rechtsrockbands, darunter „Stahlgewitter“ oder „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“, die beide bundesweit und darüber hinaus in der neonazistischen Szene bekannt und erfolgreich sind, ist ebenfalls Mitglied der NPD. Seit 1999 besitzt Giese einen Mitgliedsausweis und ist/war schon seit einiger Zeit im Vorstand des hiesigen NPD Unterbezirks Emsland/Grafschaft Bentheim aktiv.


2005: niedersächsischer NPD-Landesparteitag in Syke. Daniel „Gigi“ Giese (zweiter von links) neben seinem Bruder Tobias (links) scherzt mit dem damaligen ersten Vorsitzenden des NPD UB Emsland/Grafschaft Bentheim Reiner Alfons Heinen (zweiter von rechts) sowie dem Nazischläger Kai t.B. – Vielleicht wurde ja gerade ein rassistischer Witz erzählt.

Zusammen mit seiner Band „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ veröffentlichte er 2010 das Album „Adolf Hitler lebt“. Der vierte Titel dieser CD trägt den Namen „Döner-Killer“. Dort besingt Giese die Mordserie des NSU und verhöhnt dabei die Opfer. Ebenso scheinen ihm diese Morde nicht genug zu sein, sodass das Lied mit dem Satz „[…] denn neun sind nicht genug“ endet.

Auch auf anderen Veröffentlichungen hetzt Giese gegen Jüdinnen und Juden, gegen Migrant_Innen sowie gegen Antifaschist_Innen.
Ebenso soll Giese Sänger der Band „Zillertaler Türkenjäger“ sein. Diese Band covert Schlagerlieder und verändert die Texte in ekelhafter, rassistischer Weise und ruft u.a. zum Mord auf.


2008: Giese (links) auf einem „Trauermarsch“ in Stolberg.

Die NPD billigt, fördert und unterstützt Gewalttäter_Innen – Sie ist gewalttätig!
Dies zeigt noch einmal -wie so oft- welches Gedankengut die NPD vertritt und was sich wirklich hinter ihren Forderungen verbirgt: Mord an Menschen, die nicht in die so genannte „Volksgemeinschaft“ passen wird gebilligt, sogar unterstützt. Gewalt war, ist und bleibt ein gewolltes Mittel zur Durchsetzung für die politischen Ziele der NPD.

Weitere Links zum Thema:
Publikative.org – „Denn neun sind nicht genug“ – Klick mich!

Meppener Tagespost – „Meppener Sänger verhöhnt Opfer“ – Klick mich!

Spiegel Online – „Hymne auf den Mörder“ – Klick mich!

Kundgebung gegen das Bundeswehrkonzert in der St.-Marien-Gemeinde

„Mit Pauken und Trompeten zur Ehre Gottes“ – unter diesem Motto trat das Luftwaffenmusikkorps 3 aus Münster der Bundeswehr am 17. November zu einem Konzert in der katholischen Kirchengemeinde St. Marien in Nordhorn auf. Bereits zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren wurde Nordhorn das Ziel der musikalischen Image-Werbetruppe der Bundeswehr. Zu einem Eintrittspreis von zehn Euro – vorgesehen für die Anschaffung einer neuen Orgel – besuchten etwa 300 Gäste das militaristische Kirchenkonzert. Das dieses Konzert ausgerechnet innerhalb der „Nordhorner Friedenswoche“ stattfand, in der zahlreiche Kirchen, Gruppen und Verbände alljährlich mit Veranstaltungen und Aktionen ein Zeichen für friedliche Konfliktlösung und gegen Krieg und Gewalt setzen, könnte schon fast als bewusste Provokation der St.-Marien-Gemeinde verstanden werden.

Weiter geht es auf der Seite des Antimilitaristischen Bündnisses Nordhorn: Klick mich!

Neonazis greifen jungen Mann an

In letzter Zeit war es ruhig um die neonazistische Szene in der Grafschaft Bentheim. Es erfolgten keinerlei oder kaum erwähnenswerte Aktionen der Neonazis.
Doch nun meldeten sich diese durch einen gewalttätigen Übergriff in der Nacht zu Samstag, den 22.10.2011, zurück. Vier Nazis griffen in dieser Nacht einen jungen Mann in der Neuenhauser Straße an, der sich dort gerade einen Döner gekauft hatte. Sie fragten diesen, ob er mitkommen würde „Türken klatschen“. Jedoch lehnte dieser ab und fragte die Neonazis, ob sie in ihrer „kranken Welt“ noch zurecht kämen. Als Antwort folgten mehrere gezielte Schläge in das Gesicht des jungen Mannes, sodass dieser im Krankenhaus behandelt werden musste. Die eindeutig der rechten Szene angehörigen Täter skandierten auf ihrer Kleidung Logos wie z.B „Good Night Left Side“. Ihr Opfer wurde aufgrund seines Äußeren ausgesucht. So wurde der durch seinen alternativen Kleidungsstil auffallende Jugendliche durch die Neonazis schnell zu einem „Feind“ deklariert.
Auch schon zuvor pöbelten eben diese Neonazis andere Jugendliche in Stadtnähe an, es blieb hierbei jedoch bei verbalen Äußerungen.

Die Polizei, die sich zufällig in der Nähe aufhielt, nahm von zwei der Neonazis die Personalien auf, veröffentlichte aber keine Pressemitteilung zu den Geschehnissen. Weiter verwunderlich ist das jedoch nicht, da es bereits mehrfach vorgekommen ist, dass neonazistische Aktivitäten keinerlei Erwähnung in den polizeilichen Ausführungen fanden und es stattdessen z.B. eher Protokolle über Kratzer im Autolack veröffentlicht werden.

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Angriffen von Neonazis. Gerade die Ochsenstraße in Nordhorn, in der gleich mehrere Gaststätten zu finden sind, ist dafür bekannt, dass es dort regelmäßig zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Personen kommt. Dort kann es gerade für alternative und antifaschistische Menschen gefährlich werden, wenn es zu einer Konfrontation mit Neonazis kommt.
Die Neonazis folgen einer gewalttätigen Ideologie und sehen sich im Recht, wenn sie Menschen angreifen die nicht in die so genannte „Volksgemeinschaft“ passen. Dies betrifft hauptsächlich Migranten_Innen, Homosexuelle, alternative oder antifaschistische Menschen.
Die Gaststättenbesitzer_Innen in der Ochsenstraße sehen jedoch leider keinen Grund den Neonazis Hausverbote auszusprechen. Laut ihrer Meinung ist jeder Gast willkommen, wenn er in ihrer Gaststätte keinen Ärger macht. Dass sich Neonazis jedoch vorher in ihrer Gaststätte betrinken, damit sie dann später eine noch niedrigere Hemmschwelle haben, um Menschen zusammenzuschlagen, scheint den Gaststättenbesitzer_Innen nicht bewusst, vielleicht sogar egal zu sein. So lange das Geld stimmt…

Auf jeden Übergriff wird es früher oder später eine geeignete Antwort geben.
Fight back!