Archiv für Dezember 2011

Neonazi greift mit Schlagstock an

Am Sonntag, den 04.12.2011, kam es in Nordhorn erneut zu einem Naziübergriff, bei dem eine Person leicht verletzt wurde. Dieser Übergriff hätte auch weitaus schlimmer ausgehen können.

Gegen fünf Uhr morgens waren zwei Punker_Innen auf der Denekamper Straße auf dem Weg nach Hause, als sie in Höhe der Kreuzung Ecke Kanalweg vom dort wohnenden Neonazi Fabian E. angepöbelt wurden.
E., der mit seiner Lebensgefährtin Raphaela und ihren Kindern direkt in dem Eckhaus im Untergeschoss an der Denekamper Straße / Kanalweg wohnt, beschimpfte die zwei Personen als „Asoziale“. Es kam zu einem Wortgefecht mit Beleidigungen auf beiden Seiten. E. warf daraufhin von seinem Balkon aus einen schweren Blumenkübel auf die Punker_Innen, der die beiden jedoch nicht traf.
Die Punker_Innen machten zur Gegenwehr u.a. Gebrauch von Pfefferspray, allerdings ohne Erfolg. Der Neonazi verließ seinen Balkon und ging zurück in die Wohnung.
Währenddessen setzten die beiden Punker_Innen ihren Heimweg fort. Auf dem Parkplatz des ehemaligen Marienkrankenhauses kam es dann zu einem erneuten Aufeinandertreffen, wobei der Neonazi einen (Teleskop)schlagstock* einsetzte. Ohne weitere Worte ging E. auf einen der Punker_Innen zu und traf mit gezielten Schlägen den Kopf eines seiner Opfer. Dieses ging zu Boden, was E. aber nicht davon abhielt den nun Wehrlosen mit weiteren Schlägen auf den Kopf anzugreifen. Billigend wurden hiermit schwere Folgeschäden, sogar der Tod des Opfers in Kauf genommen, da ein Teleskopschlagstock aus schwerem Metall besteht. Die Verletzungen aus dieser Attacke beruhen allerdings glücklicherweise „nur“ auf leichten Verletzungen im Kopfbereich. Jedoch sind Spätfolgen nicht auszuschließen.

Nach dem Angriff verließ der Neonazi den Tatort und flüchtete in Richtung Hamburger Straße. Kurz darauf traf die Lebensgefährtin des Neonazis Raphaela am Tatort ein und drohte den beiden Punker_Innen damit, diese am nächsten Tag umzubringen.

Nicht nur durch seine in der Wohnung von draußen gut sichtbare Reichskriegsflagge provoziert E. seine Umgebung seit mehreren Monaten. Ebenso kommt es immer wieder zu Provokationen und Angriffen des Neonazis. Hier drei weitere Vorfälle, die uns bekannt sind:


Von der Straße aus gut sichtbar, auf dem Bild eher weniger: Die Reichskriegsfahne in der Wohnung der Neonazis

Am 10.06.2011 beschimpfte E. mit anderen Neonazis vier jugendliche Migrant_Innen, die lediglich an der Wohnung vorbei liefen. Die sichtlich eingeschüchterten Migrant_Innen wurden mit Sätzen wie „Geht in Euer scheiß Land zurück“ oder „Scheiß Kanacken“ angepöbelt. Ebenso wurden sie von dem Neonazi Fabian E. kurze Zeit später verfolgt, um sie ein weiteres Mal verbal anzugreifen.

Am 17.07.2011 kommt es erneut direkt vor der Wohnung zu Pöbeleien gegenüber Migrant_Innen. E. verhielt sich auch hier äußerst aggressiv und ließ mehrere rassistische Sprüche vom Stapel. Die herbeigerufene Polizei versuchte den Neonazi zu beruhigen. Dieser ließ sich jedoch nicht zur Ruhe bringen und wurde trotz heftigen Widerstands seinerseits mit auf die Polizeiwache genommen, wo er auch die Nacht verbringen musste. An diesem Abend war u.a. auch der Neonazi Holger F. dabei. Auch F. ist dafür bekannt, antifaschistische Jugendliche oder Migrant_Innen verbal zu attackieren oder diesen zu drohen.

Am 27.07.2011 wird ein Punker von E. mit den Worten „Ey Zecke, verpiss Dich aus Deutschland!“ an der Denekamper Straße Ecke Kanalweg angepöbelt.

Dieser jüngste Angriff hat gezeigt, zu was die Neonazis in Nordhorn fähig sind und das sie durchaus auch den Tod eines Menschen in Kauf nehmen würden.

*Der Teleskopschlagstock, oder auch Teleskopabwehrstock (fälschlicherweise auch als Stahlrute, Totschläger oder Teleskopschläger bezeichnet) ist ein, in der Regel aus Stahl oder Aluminium gefertigter Schlagstock. Klick mich!