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Wieder ein Anschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft!

In der Nacht von Freitag auf Samstag haben Unbekannte eine sich noch im Bau befindliche Unterkunft für Geflüchtete im lingener Langschmidtsweg mit Farbbeuteln verunstaltet. Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Anschlägen auf Geflüchtetenunterkünfte im Emsland und der Grafschaft Bentheim. So brannte es bereits zweimal in Lingen (19.12 und 27.12.15) vor einer Unterkunft die Geflüchtete beherbergte. (Hier mehr dazu!)

In Nordhorn kam es am Morgen des 13.03.16 ebenfalls zu einem Brand vor einer Geflüchtetenunterkunft. Hierbei brannte ein Müllcontainer komplett aus und ein Teil des Vorgartens ging in Flammen auf, während 14 Menschen in der Unterkunft noch schliefen. Bei allen Vorfällen fehlen bis jetzt noch jegliche Hinweise, die zu der Ergreifung der Täter/_innen führen könnten.

Mediathek:
Flüchtlingsunterkunft in Lingen mit Farbbeuteln beworfen
Müllcontainer an Flüchtlingsunterkunft in Nordhorn ausgebrannt
Erneuter Brand an Erstaufnahmelager in Lingen

Erneut brennt es in Lingen – immer noch kein Verdacht auf ein fremdenfeindliches Motiv?

Am Sonntag, den 27.12, hat es gegen Abend erneut an der Erstaufnahmeunterkunft für geflüchtete Menschen gebrannt. Ein Papiercontainer stand plötzlich, aus bisher noch ungeklärten Gründen, in Flammen. Bereits am Samstag, den 19.12, wurde Papiermüll an der Mensa der Unterkunft in Brand gesteckt, hierbei wurde nicht von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgegangen!
Nun der zweite Vorfall in nächster Nähe zur Unterkunft die Geflüchtete beherbergt. Nur ein Jugendstreich? Wir glauben kaum!
Wer hier nicht direkt die Möglichkeit eines rechtsmotivierten Angriffs annimmt und seine Ermittlungen nicht umgehend auf die rechte Szene konzentriert, hat den Bezug zur Realität verloren und gefährdet damit die Leben von vielen Menschen! In diesem Jahr mussten bereits 222 Angriffe auf Unterkünfte von geflüchteten Menschen verzeichnet werden.* Die Zahl der Brandanschläge gegen Geflüchtetenunterkünfte hat sich seit Jahresanfang verzehnfacht!*
Hierbei bleibt es leider nicht aus, davon auszugehen, dass das Image der Stadt einen höheren Stellenwert hat, als das Aufklären fremdenfeindlicher Umtriebe. Dieses Vorgehen bei staatlichen Ermittlungen hat bereits traurigen Traditionscharakter, so kommt es immer wieder vor, das Übergriffe von Neonazis auf Menschen die nicht in ihr faschistisches Weltbild passen, als banale „Rivalitäten unter Jugendbanden“ abgetan werden.

Wir können uns beim Kampf gegen den alltäglichen Rassismus nicht auf Staat und Polizei verlassen!


*Quelle: Eigene Recherche von Netz-gegen-Nazis (Stand November 2015)

PM: Kategorie C Auftritt in der Region

Wie an verschiedenen Stellen bereits berichtet, plant die rechte Hooligan-Band „Kategorie C“ am 21.3.2015 ein Konzert im Raum südliches Emsland / Grafschaft Bentheim. Klick hier! Mittlerweile sprach die Stadt Meppen in Kooperation mit den Landkreisen Emsland und der Grafschaft Bentheim ein Konzertverbot für diesen Bereich aus. Das Konzertverbot umfasst den Zeitraum vom 20. – 22. März 2015.

Dennoch ist nicht gänzlich davon auszugehen, dass kein Konzert der rechten Hooliganband an diesem Tag stattfindet. Der Band stehen noch Optionen offen, welche in der Vergangenheit schon ausgenutzt wurden, den Auftritt durchzuführen. Einerseits könnte die Band ihre Konzertplanung stärker geheim halten oder ein Privatgrundstück in der Umgebung der beiden oben genannten Landkreise in Anspruch nehmen. Auf dem ersten Veranstaltungsflyer, zu dem 21. März, wurde zudem Ostfriesland in der Ortsbeschreibung erwähnt. Eine Verbotsverfügung liegt in dieser Gegend unseres Wissens nicht vor.

Aus Erfahrungen antifaschistischer Gruppen lässt es sich verzeichnen, dass Kategorie C nach Verboten gerne Konzerte außerhalb der BRD stattfinden lässt. Ein Stattfinden mit Grenzübertritt zu den Niederlanden ist daher nicht auszuschließen. Im September 2014 hat die Band für ein Konzert im Raum Kaiserslautern eingeladen. Nach einem Verbotsverfahren wurde die Veranstaltung dann ins angrenzende Frankreich auf ein Privatgrundstück in Walschbronn verlegt. Weiteres dazu hier!

Letztere Möglichkeit der Band ist das Einreichen einer Klage gegen die Verbotsverfügung. Falls diese durchkommt, steht dem Auftritt juristisch nur wenig entgegen.

Die Band um Frontmann und Neonazi Hannes Ostendorf ist ein wesentliches Verbindungselement zwischen Neonaziszene und rechten Hooligans. Die Band bezeichnet sich selbst nicht als vordergründig politisch, sondern schlicht als „Fußballrock“. Dennoch vertritt sie in ihren Texten neben ihren klassischen Themen Fußball und Gewalt auch rassistische Positionen („Deutschland dein Trikot, das ist schwarz und weiß, doch leider auch die Farbe deiner Spieler.“) und tritt auch regelmäßig zusammen mit Neonazi-Bands auf.

„Kategorie C“ zählt heute zu den aktivsten Bands der rechten Szene. Die Band hat in der Vergangenheit vergeblich versucht, im musikalischen Mainstream Fuß zu fassen. Es gelang ihnen zwar, eine Fanbasis aufzubauen, die über die klassische Rechtsrock-Szene hinausreicht, dennoch wurden sie aus guten Gründen immer als Band der rechten Szene wahrgenommen.

Die rassistisch und nationalistisch geprägte Fokussierung auf Fußball und Gewalt etabliert eine rechte, sich nach außen hin als „unpolitisch“ bezeichnende Jugendkultur, stellt einen Anziehungspunkt für nach rechts offene Jugendliche dar und bietet somit einen Einstieg für zukünftige AktivistInnen der Neonazi-Szene.

Die Band hat sich mittlerweile wieder verstärkt auf die rechte Szene zubewegt und setzte sich in letzter Zeit für die Unterstützung der sog. „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) ein. Die Konzerte der Band werden konspirativ organisiert, der Veranstaltungsort wird den TeilnehmerInnen erst am Veranstaltungstag mitgeteilt. So sollen Proteste und Verbote erschwert werden. Das Klientel solcher Veranstaltungen besteht fast durchweg aus gewaltbereiten Hooligans und Neonazis. Regelmäßig kommt es im Zusammenhang mit „Kategorie C“-Konzerten zu Gewalttätigkeiten mit rassistischem Hintergrund.

Als im Oktober 2014 5000 rechte Hooligans und Neonazis zu einem Aufmarsch unter dem Motto „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) in Köln zusammenkamen, lieferte „Kategorie C“ den Soundtrack und spielte zu Beginn der Demo ein Konzert für die TeilnehmerInnen. Im Anschluss daran kam es zu stundenlangen Ausschreitungen und zahlreichen Übergriffen auf MigrantInnen, Linke, JournalistInnen usw.

Auch in der Region Emsland / Grafschaft Bentheim gibt es große Affinität der regionalen Neonaziszene zur Band Kategorie C und der Hooliganszene. So fand im Anschluss an die HoGoSa-Kundgebung in Hannover am Abend des 15. November bei dem Lingener Neonazi Daniel Borker eine Party mit etwa 20 Personen statt. Regionale und überregionale Neonazis, sowie HoGeSa Kundgebungs-TeilnehmerInnen feierten mit lauter Rechtsrockmusik in der Gartenlaube auf einem Grundstück in Lingen-Holthausen/Biene. Näheres dazu hier!
Dieser hiesige Neonazi betont im sozialen Netzwerk Facebook ebenso immer wieder sein Sympathie mit Kategorie C und willigt schon Schlafplätze für die Nacht des Kategorie C Konzertes ein.

Anlässlich der Ankündigung des „Kategorie C“-Konzertes haben sich verschiedene antifaschistische Gruppen und Einzelpersonen aus der Region Emsland / Ostfriesland / Grafschaft Bentheim zusammengeschlossen. Ein Sprecher betont: „Trotz eines Verbotes werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um dieses rassistische Konzert zu boykottieren und Öffentlichkeit dagegen zu schaffen. Wir rufen die BetreiberInnen von möglichen Veranstaltungsorten auf, genau hinzuschauen, wer bei ihnen feiern möchte, und der Band die Nutzung der Location zu verweigern. Auch bereits bestehende Verträge können wieder gekündigt werden. Insbesondere wollen wir jetzt BetreiberInnen von Räumlichkeiten in den angrenzenden Gebieten der Grafschaft und des Emslandes warnen, weil ein Ausweichort realistisch ist.“
Wir werden euch über dem Blog der Kampagne auf dem Laufenden halten, sowie über den Veranstaltungsort und mögliche Proteste informieren.
Falls ihr Informationen über das Kategorie C Konzert aufschnappt, könnt ihr euch gerne bei uns melden: keinenplatzfuernazis@riseup.net. Mit eurer Hilfe können wir dem rassistischen Treiben von „Kategorie C“ und deren Fans entschlossen entgegentreten.

- Kampagne „Keinen Platz für Nazis …in Lingen und anderswo!“
- Antifaschistische Aktion Nordhorn
- AntifaschistInnen aus Ostfriesland

Edit:

Inzwischen berichtete die Ems-Vechte-Welle, dass laut der Polizei die Rechtsrockband nun ihr Konzert in die Niederlande verlegt hat. Nachdem der Landkreis Emsland und die Grafschaft Bentheim ein Verbot ausgesprochen hat, sowie der Vermieter von Anlage und Räumlichkeit absagte, weicht Kategorie C für den 21. März 2015 aus.

Edit 2:

Das Konzert wurde nach Festnahme des Veranstalters durch die Polizei verhindert. Der GN-Artikel dazu hier.

Grafschafter Neonazis bei der HoGeSa-Kundgebung in Hannover

Eigentlich wollten Cindy Heiduczek und Patrick Smit aus Nordhorn auch schon am 26.10.2014 nach Köln fahren, um zusammen mit anderen Nazis, rechten Hools, Dummdeutschen und anderen Idioten gegen SalafistInnen zu demonstrieren. Aber leider kam die Arbeit dazwischen [Klick mich!], sodass daraus nichts wurde. Aber am 15.11.2014 wurde sich Zeit genommen, eine Fahrgemeinschaft mit zwei Nazis aus Emsbüren [Klick mich!] gemacht und nach Hannover gefahren. Dort fand eine Kundgebung der „Hooligans gegen Salafisten“ statt. Dieses „gegen Salafisten“ dient allerdings nur als Vorwand, um allgemein gegen Migrant_innen, asylsuchende Menschen und alle anderen, die in einer „deutschen Volksgemeinschaft“ keinen Platz haben, zu hetzen.


v.l.n.r.: Cindy Heiduczek, Patrick Smit (beide Nordhorn), Thomas Berger, Stefanie Frese (beide Emsbüren)

Kam es am 26.10.2014 in Köln noch zu gewollten Ausschreitungen seitens der „HoGeSa“, war dies am 15.11.2014 in Hannover schon nicht mehr so. Dies hat wahrscheinlich u.a. damit zu tun, dass es im Vorfeld strenge Auflagen der Polizei gab. Diese haben auch dazu geführt, dass nur noch knapp die Hälfte der DemonstrationsteilnehmerInnen aus Köln anwesend waren.

„HoGeSa“ wie auch „PEgIdA“ (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) ist ein widerlicher Versuch von rechtsaußen die teils schon rassistische Mitte der Gesellschaft zu Mobilisieren. Durch die Medien geschürte Angst vor den „Fremden“, seien es nun Flüchtlinge oder Zuwanderer_innen, und die mangelhafte Differenzierung von Islam und Fundamentalismus leisten dabei gute Beihilfe. So gelingt es immer mehr Menschen auf die Straße zu bringen, die ihre induzierte „Meinung“ kundtun wollen. Dies führt u.a. dazu, dass sich Nazis dazu ermutigt fühlen weitere Anschläge auf Flüchtlingsheime oder Personen zu verüben. All das nimmt Ausmaße an, die an die 1990er Jahre in Deutschland erinnern. Die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen, Mölln oder Hoyerswerda waren die Folge. Es ist ein inakzeptabler Zustand, dem wir alles entgegensetzen müssen, was wir haben.

Gegen Rassismus!
Gegen religiösen Fundamentalismus!

Nazitürsteher in Nordhorn geoutet!

Wie am 11. Dezember auf indymedia.linksunten (klick mich!) zu lesen war, wurden zwei Neonazis in Nordhorn geoutet. Die beiden Männer (29 und 37 Jahre) sind eindeutig dem rechten Milieu zuzuordnen und führen dennoch den Job des Türstehers aus. Wir begrüßen dieses Neonazi-Outing und schließen uns der Forderung an, den beiden Männern unverzüglich zu Kündigen. Zudem hoffen wir auf entsprechende Reaktionen seitens der Besucher_innen der „Tanzbar“, falls dies nicht geschieht und die Neonazis dort weiter arbeiten dürfen. Es ist untragbar, Neonazis in einer solchen Position einzusetzen, da diese hierdurch die Legitimation erhalten, Menschen, die nicht in ihr menschenverachtendes Weltbild passen, den Zutritt zu verwehren oder sogar Gewalt gegen diese anzuwenden. Es ist enorm wichtig, der Öffentlichkeit zu zeigen, wer ein solches Gedankengut vertritt, da Neonazis eine stetige Gefahr für Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft, religiöser Zugehörigkeit, Sexualität, politischer Gesinnung uvm. darstellen.

Es gilt ein Ende zu machen, mit der immerwährenden Ignoranz des Großteils dieser Gesellschaft und deshalb ist es notwendig Neonazis und ihre Strukturen aus der Deckung zu holen!
Es gibt kein ruhiges Hinterland, ob in Nordhorn oder anderswo!

Es gibt kein ruhiges Hinterland!