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Nazikonzert in Groß Berßen

Wie die Kampagne,,Keinen Platz für Nazis – …in Lingen und anderswo“ bereits berichtete [Klick mich!], fand am 10. Oktober 2013 im Gasthaus ,,Zur Singenden Wirtin“ in Groß Berßen (Emsland) ein Konzert des Rechtsrocksängers Michael Regener alias „Lunikoff“ statt. Vertreten waren unter anderem Neonazis aus dem Emsland, dem Harz, Leipzig, Osnabrück, Oldenburg, Minden, Hildesheim sowie aus Nordhorn.

Bei den Nordhorner Neonazis handelt es sich um Patrick F., Oliver G. sowie Matthias G.


Links: Patrick F., rechts: Matthias G. – Quelle: recherche nord


Links: Oliver G. – Quelle: recherche nord

Pressemitteilung: Kundgebung gegen Rechtsrockkonzert angemeldet

Wir dokumentieren an dieser Stelle eine zweite Pressemitteilung der antifaschistischen Kampagne „Keinen Platz für Nazis – …in Lingen und anderswo!“ zum Nazikonzert am Donnerstag in Groß Berßen, inkl. Aufruf zur Gegenkundgebung.

Mit einer Kundgebung will die antifaschistische Kampagne „Keinen Platz für Nazis – …in Lingen und anderswo!“ am Donnerstag direkt vor Ort in Groß Berßen auf das Rechtsrockkonzert aufmerksam machen und dagegen protestieren. „Wir halten es für wichtig, den Neonazis direkt zu zeigen, was wir von ihnen und ihrer menschenverachtenden Musik halten“, so ein Sprecher der Kampagne. „Schon alleine durch die Veröffentlichung im Vorfeld dürften wir Unruhe bei den Neonazis ausgelöst haben“.

Wie im Verfassungsschutzbericht 2009 aus Berlin zu lesen ist, steht „Lunikoff“, der an diesem Tag auftreten soll, unter besonderen richterlichen Auflagen. So muss er beispielsweise jedes seiner Konzerte eine Woche im Vorfeld der Polizei mitteilen. Die Polizei hingegen sagt, dass sie bis zu unserer Veröffentlichung von nichts gewusst haben. Somit würde Lunikoff gegen Auflagen verstoßen. Der Sprecher der Kampagne hierzu: „Hier wäre ein Ansatzpunkt, um das Konzert mit Lunikoff zu untersagen. Allerdings ist uns nicht bekannt, ob und in welcher Form diese Auflagen noch heute gelten“.

Ob das Konzert nun stattfindet oder nicht: Eine Kundgebung ist am 10.10.2013 ab 17.30Uhr vor dem Dorfgemeinschaftshaus an der Bushaltestelle (Dorfstraße Ecke Klein-Berßener Straße) in Groß Berßen angemeldet. „Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Menschen vorbeikommen und zusammen mit uns ein deutliches Zeichen gegen Rechtsrock und Menschenverachtung zu setzen“, so der Sprecher abschließend.

Pressemitteilung: Rechtsrockkonzert im Emsland

Wir dokumentieren an dieser Stelle eine Pressemitteilung der Kampagne „Keinen Platz für Nazis – …in Lingen und anderswo!“:

Nach Informationen der antifaschistischen Kampagne „Keinen Platz für Nazis – …in Lingen und anderswo!“ soll am Donnerstag, den 10. Oktober, ein Rechtsrockkonzert im Emsland stattfinden. Auftreten soll Michael Regener, besser bekannt als „Lunikoff“. Lunikoff ist der ehemalige Sänger der 2003 als kriminelle Vereinigung verbotenen Band „Landser“, die bei Neonazis weltweit bekannt ist. Dadurch genießt auch Lunikoff selber einen guten Ruf innerhalb der Neonaziszene.

Ersten Hinweisen zufolge soll das Konzert, das in einem konspirativen Rahmen organisiert wird, in der Gaststätte „Zur Singenden Wirtin“ in Groß Berßen stattfinden. Ganz unwahrscheinlich sind diese Hinweise nicht: Wie ein Sprecher der Kampagne zu berichten weiß, fand bereits 2007 ein Rechtsrockkonzert mit etwa 150 Besucher/-innen in diesen Räumlichkeiten statt. „Auch die NPD traf sich mehrfach für so genannte Stammtische und Mitgliederversammlungen in der Gaststätte“, so der Sprecher. Ebenfalls seien die Neonazis in der Gaststätte nicht ganz unwillkommen, denn bereits 2006 zeigte die Besitzerin der Gaststätte Interesse an der Arbeit der NPD, indem sie u.a. um Infomaterial der Partei bat.

Initiator des Konzertes ist der 32-jährige Neonazi Tobias Richter aus Haselünne, der bei der Bundestagswahl als Direktkandidat für die NPD im Wahlkreis „Mittelems“ angetreten war, jedoch in Niedersachsen die schlechtesten Ergebnisse für seine Partei erreicht hatte.

Erst im Dezember letzten Jahres fand im Schützenhaus an der Schwedenschanze in Lingen ein Neonazikonzert mit dem Liedermacher „Lokis Horden“ statt, welches durch das Engagement von Antifaschist/-innen öffentlich gemacht wurde. Der Schützenverein reagierte und die Räumlichkeiten werden seitdem nicht mehr an den Neonazi, der nur für die Anmietung der Räume Mitglied des Vereins geworden war, vermietet.

„Rechtsrockkonzerte dienen der Festigung der Neonaziszene sowie der Rekrutierung von Neulingen“, so der Sprecher der Kampagne weiter. „Diese Konzerte müssen unterbunden werden. Und der erste Schritt dazu ist die Veröffentlichung solcher Veranstaltungen im Vorfeld“.“

Nazi-Sprühereien in Schüttorf

Wie die Grafschafter Nachrichten berichteten, wurden in der Nacht zu Dienstag, dem 27.08.2013, mehrere neonazistische Zeichen und Parolen in Schüttorf gesprüht. In den Farben weiß und rot wurden Hakenkreuze, Keltenkreuze, SS-Runen und die Schriftzüge „White Power“ und „National“ gesprüht. Davon betroffen waren der aktuelle und zukünftige Standort des Jugendzentrums „Komplex“, das Theater der Obergrafschaft sowie Wände am Bentheimer Weg.

Hierbei kann definitiv von einem neonazistischen Hintergrund ausgegangen werden. Denn nicht zum ersten Mal ist das Komplex zum Ziel rechter Aktivitäten geworden. So wurde es beispielsweise schon im November 2007 und im März 2008 besprüht. Auch werden immer wieder rechte Aufkleber am und in direkter Umgebung des Komplex geklebt. Das Komplex ist für die Neonaziszene deshalb ein Feindbild, weil in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums jährlich ein „Rock(en) gegen rechts“ veranstaltet wird, dieses immer Mal wieder für Informationsveranstaltungen gegen Neonazismus genutzt wurde und weil sich dort vor einigen Jahren die Jugendinitiative „Links vor rechts“ getroffen hat.

Keine Stimme für Nazis

Am 22.09.2013 finden die nächsten Bundestagswahlen statt, zu der auch die neonazistische „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) antritt. Im Wahlkreis 31 „Mittelems“, welcher den Landkreis Grafschaft Bentheim sowie Teile des südlichen Emslandes einschließt, tritt mit Tobias Richter aus Haselünne auch ein Neonazi als Direktkandidat für die NPD an.

Eine Fraktion von NPD-Abgeordneten im Bundestag hätte weitreichende Folgen: Neonazis erhielten dadurch ein weiteres Podium, um öffentlichkeitswirksam ihre rassistischen, antisemitischen und nationalsozialistischen Positionen zu verbreiten. Die Partei würde Abstimmungen, Debatten, Anträge und die Mitarbeit in den Ausschüssen nutzen – etwa für Geschichtsverfälschung, um gegen Flüchtlinge und alternative Projekte zu hetzen, um soziale Fragen mit nationalistischer Propaganda zu beantworten. Selbst wenn die NPD nicht in den Bundestag einziehen würde, würde sie ab einem Stimmenanteil von 0,5% in den Genuss der so genannten Wahlkampfkostenerstattung kommen. Damit würde die Arbeit der NPD und andere Neonazis weiter finanziert werden können.

Die NPD ist eine neonazistische Partei. Politik will sie nur für „Deutsche“ machen, die „deutschen Blutes“ sind. Entsprechend lehnt sie jene Menschen ab, die in den letzten Jahrzehnten zugewandert sind. Alle diese Menschen müssten nach Meinung der NPD „zurückgeführt“, also abgeschoben werden. Die verbliebenen „Deutschen deutschen Blutes“ würden Teil einer so genannten „Volksgemeinschaft“, wie schon zwischen 1933 und 1945. Zu dieser „Volksgemeinschaft“ zählen für die NPD allerdings nicht Menschen anderer Sexualität, anderer politischer Gesinnung, anderen Glaubens oder Menschen mit Behinderungen. Ganz nach dem Motto „Du bist nichts, Dein Volk ist alles“, werden jegliche Individualitäten abgeschafft.

Die NPD will sich demokratisch geben. Gerade unter dem neuen Vorsitzenden, Holger Apfel, soll sie eine „seriöse Radikalität“ an den Tag legen, um bei der Bevölkerung auf Zuspruch zu treffen. Doch von Demokratie und Seriosität ist es bei der NPD weit her, wie es z.B. bei dem Direktkandidaten Tobias Richter zu sehen ist. So schreibt er auf der Homepage von Youtube, wohin die Reise tatsächlich gehen soll, sofern die NPD an die Macht kommen sollte. Durch die vermeintliche Anonymität im Internet schreibt Richter unter dem Pseudonym „thor88100“ z.B.: „und das hier ist nicht deutschland, sondern die bundesrepublik. die bundesrepublik ist schon lange am sterben und das ist auch gut so, damit wir alle wieder ein deutschland bekommen wie es mal war“ oder „In Dachau ist noch ein Plätzchen frei, gleich hinten links Baracke 3“. Er wünscht sich also das Dritte Reich zurück, unter der Hand eines Führers sowie Konzentrationslager, in denen alle Menschen interniert werden, die nicht in das eigene Weltbild passen.


NPD-Direktkandidat Tobias Richter demonstriert seine Gesinnung

Wer die NPD wählt, gibt seine Stimme für Antisemitismus, Rassismus, Verherrlichung des Nationalsozialismus, Holocaustleugnung, Militarismus, Gewalt als Ideologie, eine von Männern dominierte Gesellschaft, Hass auf Migrant_innen und völkische Gesellschaftsstrukturen.

Darum: Keine Stimme für Tobias Richter!
Keine Stimme für die NPD oder andere rechte Parteien!