Hier geben wir euch Einblick in das Selbstverständnis der Antifaschistischen Aktion Nordhorn [AAN]. Dieses Selbstverständnis soll als Leitfaden für unsere politische Arbeit dienen, aber auch interessierte Menschen ansprechen. Wir sind eine geschlossene, linksradikale und revolutionäre Gruppe.
Für diesen Text bedienen wir uns an bereits vorhandenen Texten anderer antifaschistischer Zusammenhänge und Gruppen, da es für jede Forderung, jede Problematik die wir ansprechen wollen bereits Formulierungen gibt, die wir nicht anders ausdrücken wollen und/oder können. Als Antifa steht für uns der Kampf gegen den Faschismus immer ganz oben. Wir versuchen, im folgenden Text, Zusammenhänge von gesellschaftlichen und staatlichen Unterdrückungsmechanismen, Faschismus und Kapitalismus zu benennen. Desweiteren üben wir Kritik an diesen und stellen Forderungen, sowie Mittel und Ziele unserer Arbeit vor.

Antifaschismus

Faschismus bleibt eine, wenn auch die repressivste, Form bürgerlicher Herrschaft. Dabei bilden neofaschistische Bewegungen objektiv nach wie vor eine stille Reserve gegen progressive soziale Akteur_innen und eine Bedrohung für alle Randgruppen und/oder Andersdenkenden. Neo-Faschist_innen üben mit ihrer Gewalt gegenüber Randgruppen und/oder Andersdenkenden letztendlich die schärfste Form einer Politik der Ausgrenzung aus. Es trifft diejenigen, die, die Mehrheitsgesellschaft als fremd oder anders stigmatisiert und/oder die, die den herrschenden Nützlichkeits- und Verwertungskriterien nicht entsprechen. Ob die Neo-Faschist_innen darüber hinaus zu gesellschaftlicher Relevanz gelangen, ist dabei nicht nur eine Frage ihrer Anschlussfähigkeit an rassistische Ressentiments der Bevölkerung, sondern vor allem auch der Duldung oder Unterstützung dieser Strukturen durch die etablierte Politik. Insbesondere die soziale Polarisierung als eine Konstante kapitalistischer Wirtschaftssysteme, bildet im Zusammenhang mit der Krisenanfälligkeit dieses Systems die Grundlage der Wirkungsmächtigkeit faschistischer Herrschaftspraxis.

„Wer gegen die Nazis kämpft, kann sich auf den Staat überhaupt nicht verlassen.“
(Ester Bejarano, überlebende von Auschwitz)

Seit 1990 starben mehr als 180 Menschen in Deutschland durch rechte Gewalt. Der Fall des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zeigte dahingehend einmal mehr, dass Teile des Staatsapparats nicht nur in einer faschistischen Kontinuität stehen, sondern mit neo-faschistischen Netzwerken immer wieder zusammenarbeiten oder deren Aktivitäten zumindest dulden. Desweiteren gibt es zur Zeit nahezu täglich Übergriffe auf Refugees und deren Unterkünfte, sowie deren Unterstützer_innen. Von Einzeltäter_innen kann in Zeiten von Pegida, Hogesa, AfD, „besorgten Bürger_innen“, Identitäre Bewegung, Parteien, wie NPD, AfD, Die Rechte, Republikaner und sogenannte „Pro-Bewegungen“, sowie ein großer Teil der „bürgerlichen Mitte“, die zum Teil rassistische und antisemitische Ressentiments vertritt, längst nicht mehr die Rede sein. All diese Gruppierungen hetzen und rufen zur Gewalt auf. Gleichzeitig setzt der Staat auf Asylrechtsverschärfungen und eine enorm harte Abschiebepolitik. Staat, extreme Rechte und ein großer Teil der bürgerlichen Mitte zeigen, dass Flüchtlinge nicht willkommen sind. Menschen, die geflüchteten Menschen helfen, sich solidarisieren und gegen diesen rassistischen Normalzustand kämpfen, werden kriminalisiert und staatlicher Repression ausgesetzt.
Antifaschismus als reine Abwehrstrategie gegen Neonazis, sowie den Rassismus, Nationalismus und Chauvinismus der sogenannten „bürgerlichen Mitte“ zeigt uns, dass so keine neuen Gegenmachtpositionen erkämpft werden können.

„Antifa heißt mehr als Nazis jagen. Antifa heißt, Tag für Tag das Ganze hinterfragen.“
(Spezial K, „Zusammenhänge“)

Wir, als Antifaschist_innen sollten uns wieder bewusst machen, was wir eigentlich wollen: Nämlich die Verfasstheit dieser Gesellschaft grundlegend ändern, bürgerlichen Staat und Kapitalismus revolutionär überwinden. Insofern bedeutet konsequenter Antifaschismus:
Der Aufbau der radikalen Linken.

to be continued …